19. Januar 2026
In Rotenburg (Wümme) gibt es die erste Margot Käßmann – Schule in Deutschland
(Rotenburg / Wümme, 14.01.2026) Am 14. Januar 2026 haben die berufsbildenden Schulen der Diakonie Rotenburg (Wümme) einen neuen Namen erhalten. Sie heißen nun Margot-Käßmann-Schule. Dies ist die erste Schule in Deutschland, die nach der ehemaligen hannoverschen Landesbischöfin und ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD benannt ist. Bei einem Festakt enthüllte Margot Käßmann mit Schülervertreterinnen das neue Schild der Schule. Sie wird künftig als Schirmherrin das Schulleben mitgestalten durch Gottesdienste und Workshops und andere fachliche Impulse.
Bild- und Filmmaterial zur freien Verwendung finden Sie hier: https://diakomutterhaus-my.sharepoint.com/:f:/g/personal/marketing_diako-mutterhaus_de/IgDfXInb6fPtRbFw4-kda9cPAU1u0z6_HHk0Fa3zun52bqw?e=UCPmVJ
Credits: Margot Käßmann- Schule
Die Bilder zeigen Schüler*innen und andere Vertreter*innen der Schulgemeinschaft.
Vor 18 Monaten fusionierten die berufsbildenden Schulen der drei diakonischen Einrichtungen in Rotenburg (Wümme). Seitdem bilden sie fast 600 Schülerinnen und Schüler in fünf verschiedenen Gesundheits- und Sozialberufen aus. Nun präsentierten die Verantwortlichen der Öffentlichkeit den neuen Namen der Schule.
Berufsbildende Schulen der Diakonie Rotenburg – anerkannte Ersatzschulen
Dr. Margot Käßmann, die Namensgeberin und Schirmherrin, zeigte sich überrascht und geehrt von der Anfrage. Sie betonte, dass sie sich gerne für die Aufwertung sozialer Berufe einsetzt und den Schülerinnen und Schülern den Rücken stärken möchte. Sie hob hervor, dass ehrenamtliches und berufliches Engagement im sozialen Bereich die Gesellschaft zusammenhält, was in aktuellen Debatten oft zu wenig Beachtung findet. Im Gespräch mit Schülerinnen ermutigte Dr. Käßmann sie, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, da dies auch persönlichen Gewinn bringe. Diakonische Bildung bedeute, jedem Menschen eine unzerstörbare Würde zuzusprechen. Den jungen Menschen wünschte sie eine positive Lebenseinstellung, Geduld in schwierigen Situationen und eine Verbindung mit Gott als persönliche Kraftquelle.
O-Töne Frau Dr. Käßmann:
„Ich fühle mich geehrt – aber auch etwas beschämt.“
„Bildung ist nicht nur Intellekt – es geht auch immer um Herzensbildung.“
„Das soziale Gewebe in unserem Land ist am Ende entscheidend.“
„Wir müssen in einem Land leben, in dem sich Menschen aufeinander verlassen können.“
„Auch wenn ich fürchte, dass uns noch stürmische Zeiten im Gemeinwesen bevorstehen, mache ich mir angesichts vieler gut ausgebildeter junger Menschen keine Sorgen.“
„Die Förderung von sozialem Engagement und protestantischem Profil war und ist mir ein Anliegen. Deshalb werde ich die Schule, vor allem die jungen Leute, die sich hier auf ihr Berufsleben vorbereiten, in Zukunft gern begleiten und unterstützen.“
Schulleiter und Gesellschafter erläuterten die Namenswahl. Ein intensiver Beratungs- und Abstimmungsprozess, an dem Schüler und Lehrer beteiligt waren, ging der Entscheidung voraus. Sie hoben Dr. Käßmanns Fähigkeit hervor, Entwicklungsprozesse und Diskurse anzustoßen. Ihre Bereitschaft, Haltung zu beziehen und sich in kontroversen Debatten als streitbare Theologin zu beteiligen, sei vorbildlich. Sie bringe christliche Werte und Glaubensthemen ermutigend in Alltagssituationen ein.
Das neue Logo der Schule verbindet die Initialen der Namensgeberin, das Kronenkreuz der Diakonie mit drei Farben für die drei Trägereinrichtungen.
In einer Videobotschaft gratulierte Vizekanzler Lars Klingbeil und dankte Dr. Käßmann für ihr Engagement. Er betonte, dass ihr Einsatz auch andere ermutigen werde, Haltung in sozialen Fragen zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Eike Holsten (MdL) outete sich, dass aktuell ein Buch von Dr. Käßmann auf seinem Nachttisch liege. Er betonte die Notwendigkeit religiöser Bildung, da sie den Menschen über sich selbst hinausweise und Werte wie Demut, Nächstenliebe und Dankbarkeit stärke.
Hintergrund: Die Margot Käßmann Schule - Berufsbildende Schulen der Diakonie Rotenburg gGmbH entstand 2024 aus den berufsbildenden Schulen des Rotenburger Diakonissen-Mutterhauses, der Rotenburger Werke und des Agaplesion Diakonieklinikums Rotenburg. Fast 600 Schülerinnen und Schüler absolvieren hier Ausbildungen als sozialpädagogische Assistenten, Heilerziehungspfleger, Pflegefachkräfte, Pflegeassistenten oder Erzieher. Seit über 100 Jahren prägen die Berufsbildenden Schulen der Diakonie Rotenburg die Bildungslandschaft und Institutionen im Gesundheits- und Sozialwesen der Region. Mit einem Einzugsgebiet in ganz Nordniedersachsen und zahlreichen Kooperationspartnern sind sie eine wichtige Stütze des gesellschaftlichen Lebens.
Die Schule verbindet christliche Werte mit Offenheit und Respekt gegenüber verschiedenen Lebenswelten. Sie legt großen Wert auf eine Unterrichtsgestaltung, die sich an den sich ständig verändernden Anforderungen orientiert. Moderne Unterrichtskonzepte, kleine Lerngruppen und persönliche Ansprechpartner schaffen ein positives Lernklima. Gemeinsame Schulgottesdienste, Musicalprojekte, Exkursionen und Pilgerreisen ergänzen das Angebot.
Durch eine Hochschulkooperation können Absolventen ein verkürztes B.A.-Studium „Soziale Arbeit" für Erzieher und Heilerziehungspfleger anschließen. Dank der engen Verbindung mit den Gesellschaftern stehen den Schülern verschiedene Wohn- und Praxismöglichkeiten zur Verfügung.
Daniel Müller (Schulleiter und Geschäftsführer) und Astrid Wallbaum (kaufmännische Geschäftsführerin) leiten die Schule. Die Trägerschaft teilen sich die Rotenburger Werke der Inneren Mission gGmbH, das Ev.-luth. Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg (Wümme) e.V. und die Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg gGmbH. Thorsten Tillner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.
Kontakt für Nachfragen:
Pastor Lars Wißmann
E-Mail: Lars.Wissmann@agaplesion.de
Mobil: 0162 623 7464.