Gefäßzentrum – Zusammenarbeit für maximale Therapie-Erfolge, Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie

In der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG stehen die Therapien von chronischen und akuten Gefäßkrankheiten im Mittelpunkt.
Als zertifiziertes Gefäßzentrum bieten wir Ihnen zusammen mit dem Institut für interventionelle Radiologie und Neuroradiologie umfassende operative und interventionelle Diagnose- und Behandlungskonzepte für Ihr Gefäßleiden.

Kooperation der einzelnen Abteilungen

Die Behandlungen von Erkrankungen der Blutgefäße (Arterien und Venen) erfolgen optimalerweise im Zusammenspiel von konservativer, interventioneller und gefäßchirurgischer Therapie. Die hierfür notwendige Kooperation der einzelnen Abteilungen realisieren wir im Gefäßzentrum am Diakonieklinikum Rotenburg.

Als Patient mit Problemen an den Blutgefäßen werden Sie zunächst in der Gefäßsprechstunde untersucht. Die weitere Diagnostik und Therapie legen wir dann individuell für Sie fest.

Operative und interventionelle Eingriffe

Am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG in Rotenburg bieten wir das gesamte Spektrum der Gefäßchirurgie an: Wir führen operative Eingriffe und – in Zusammenarbeit mit der Radiologie – interventionelle Eingriffe durch. Auch Eingriffe von höchstem Schwierigkeitsgrad erfolgen in unserer Klinik.

Unser Behandlungsspektrum

Folgende Behandlungen führen wir in der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie durch:

  • Eingriffe an der Hauptschlagader (Aorta) incl. der offenen und endovaskulären Ausschaltung von Aortenaneurysmen (Aortenstent)
  • Eingriffe an den Halsschlagadern (A. carotis)
  • Eingriffe an den Arterien des Armes und des Schultergürtels
  • Eingriffe an den Viszeral- und Nierenarterien
  • Periphere Bypasschirurgie
  • Rekonstruktive Gefäßchirurgie bei Tumoreingriffen
  • Dialysezugänge
  • Venenchirurgie

In der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG sind wir spezialisiert auf:

  • Chirurgie der Hauptschlagader
  • Proteseninfektionen in der Gefäßchirurgie
  • Chronische Wunden
  • Periphere Bypässe
  • Chirurgie der Viszeral- und Nierenarterien

Für Ihren persönlich besten Behandlungsweg sind wir jederzeit für Sie da. Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit uns.

 

Kontakt
AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG
Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie

Elise-Averdieck-Straße 17
27356 Rotenburg (Wümme)

(04261) 77-28 40

(04261) 77-28 38

m.leskien@diako-online.de

Ihre Ansprechpartner
Dr. med. Michael Feldmann

Dr. med. Michael Feldmann

Chefarzt

Melanie Leskien

Melanie Leskien

Chefarztsekretariat

Gefäßzentrum Rotenburg

Gefäßerkrankungen zählen neben den bösartigen Tumoren zu den häufigsten Todesursachen. Entsprechend ist die Therapie dieser Volkskrankheit enorm wichtig.
Gleichzeitig gibt es natürlich eine Vielzahl von Therapieansätzen, die sich an den einzelnen Pathologien der Gefäße orientieren. Nicht nur die Art der Gefäßerkrankung, sondern auch die Lokalisation des entsprechenden Blutgefäßes kann völlig andere Herangehensweisen bedingen. So bedarf die gefährliche Enge einer Halsschlagader, die ja das Gehirn versorgt, eventuell ganz andere Maßnahmen als ein Aneurysma der Hauptschlagader (Bauchaortenaneurysma).

Im letzten Jahrzehnt hat neben der erfolgserprobten operativen Therapie ein zweiter Therapiearm im gefäßmedizinischen Behandlungsspektum einen bedeutenden Platz gefunden: Die sogenannte interventionelle Gefäßtherapie, bei der mit Hilfe von Drähten, Ballons, Stents (Kleine Gefässstützen aus Metall) und auch Gefäßfräsen Engstellen und Verschlüsse der Arterien und Venen, aber auch Aneurysmata behandelt werden können.
Die interventionelle Therapie ist minimal invasiv und grundsätzlich sehr unterschiedlich zur offenen operativen Therapie. Nur Institutionen, die beide Therapieformen anbieten können, garantieren eine optimale Versorgung für den Gefäßpatienten. Im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg arbeitet die Klinik für Gefäßchirurgie und Endovasculäre Chirurgie eng mit der Abteilung Interventionsradiologie zusammen. Sehr viele Operationen erfolgen sogar mit „gemischten“ Teams als Hybrideingriffe, hier werden offene und interventionelle Verfahren kombiniert.
Gerade bei den Spezialisierungen unseres Gefäßzentrums, der Aneurysmachirurgie und bei den chronischen Wunden kommt es regelmäßig zu kombinierten Verfahren, die Experten für jegliche Therapieformen beanspruchen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin sowie die Deutsche Gesellschaft für Radiologie zertifizieren solche intensiven Kooperationen mit dem Siegel „zertifiziertes Gefäßzentrum“. Seit 2015 sind die Klinik für Gefäßchirurgie und das Institut für Interventionelle Radiologie als Gefäßzentrum zertifiziert und bereits auch rezertifiziert. Wir sind stolz darauf, bereits kurze Zeit  nach Gründung der Gefäßmedizin im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg ein solches Siegel aufzuweisen, auf Grund der erheblichen Zunahme an Patientenzahlen und des kompletten Angebotes der gefäßtherapeutischen Möglichkeiten ist die Zertifizierung durch die oben genannten Gesellschaften nur konsequent.

Beim Audit der Gesellschaften zur Erlangung des Zertifikats wird neben der Anzahl und der Qualität der gefäßchirurgischen Interventionen und Operationen geprüft, wie die Zusammenarbeit in der Klinik funktioniert und ob es reibungslose Prozesse für die Patienten insbesondere bei Schnittstellen gibt. Wir können hier mit Fug und Recht behaupten, dass die Zusammenarbeit zwischen der gefäßchirurgischen und der interventionsradiologischen Klinik hervorragend funktioniert! Wir sind  ein Team!
Nähere Informationen zu einzelnen Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf dieser Seite der Gefäßchirurgie und Radiologie.

Dr. Michael Feldmann
Chefarzt Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie
Clinical Professor Marian University Indianapolis/USA            
Gastprofessor Anhui Medical University Hefei/China            

Prof. Dr. Thomas Vestring
Chefarzt Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie/Neuroradiologie

Gefäßzentrum

Zertifikat (PDF)

Aortenaneurysma –
Weitreichender Erfahrungsschatz im Diakonieklinikum

Mit rund 130 Eingriffen pro Jahr sind wir eine Spezialklinik für Aortenaneurysmen.

Die Hauptschlagader (Aorta) ist das größte Blutgefäß im Körper. Erkrankungen dieser im Normalfall ca. 2 cm dicken Röhre haben starke Auswirkungen auf den Gesamtorganismus oder können lebensgefährlich sein. Die Hauptschlagader beginnt direkt hinter der Aortenklappe im Herz, zieht sich bogenförmig durch den Brustraum und verläuft dann nach unten. In Höhe des Bauchnabels teilt sie sich in die Beckenarterien auf. Auf ihrem Weg gibt sie reihenweise lebensnotwendige Schlagadern an eine Vielzahl von Organen ab. Sehr häufig sind Krankheitsprozesse, bei denen die Wand der Aorta „ausleiert“, sie dehnt sich an dieser Stelle aus. Überschreitet die Aorta eine Dicke von 3,5 cm, spricht man von einem Aortenaneurysma. Diese können im Brustkorb, häufiger aber im Bauchraum auftreten. Aortenaneurysmen unterhalb der Nierenarterien sind häufiger als oberhalb. Platzt ein solches Aneurysma, besteht akute Lebensgefahr aufgrund der massiven Blutung aus der Hauptschlagader.

Zukunftsweisende Vorsorgeuntersuchung
Aortenaneurysmen machen in der Regel keine Schmerzen. Werden sie nicht zufällig entdeckt, ist die Gefahr groß, dass erst die Ruptur, also das Zerreißen der Aortenwand, zur OP führt. Die Prognose im Notfall ist sehr schlecht, insbesondere wenn kein gefäßchirurgisches Zentrum in der Nähe ist. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie strebt an, das Aortenaneurysma ähnlich wie z. B. bei Brustkrebs mittels Vorsorgeuntersuchung (Screening) zu erfassen. Die geplante Operation (OP) unter optimalen Bedingungen oder das Ausschalten mittels Aortenstent bringt außerordentlich bessere Ergebnisse als die Notfall-OP.

Interventionelle Verfahren
Die Therapie des Aortenaneurysmas hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Immer häufiger kommen interventionelle Verfahren zum Einsatz. Hierbei wird eine Prothese nicht mehr durch einen großen Bauchschnitt, sondern drahtgeführt über einen Zugang in den Leisten eingeführt. Der sogenannte Aortenstent wird im Diakonieklinikum, wann immer es geht, eingesetzt. Nicht immer kann ein Aortenstent implantiert werden, aber auch im Bereich der offenen Aortenchirurgie können wir auf einen weitreichenden Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Im Diakonieklinikum werden auch Aortenaneurysmen des höchsten Schwierigkeitsgrades operiert. Hierzu zählen Aufweitungen, die nicht nur den Bauchraum, sondern auch kombiniert Brust- und Bauchraum betreffen, die thorakoabdominellen Aortenaneurysmen. Die Zusammenarbeit zwischen den Gefäßchirurgen, den Radiologen und den Intensivmedizinern ist bei der Therapie besonders wichtig und im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG garantiert.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) –
Die Volkskrankheit mit stark zunehmender Tendenz

Die häufigste Erkrankung in der Gefäßchirurgie ist die arterielle Verschlusskrankheit: Durch Cholesterin- und Blutplättchenanlagerungen kommt es zur Verkalkung der Gefäßwand und somit zu Verengungen (Stenosen) und Verschlüssen. Hiermit zwangsläufig verbunden ist eine Minderdurchblutung des nachgeschalteten zu versorgenden Gewebes.
Die pAVK ist eine Volkskrankheit mit zunehmender Tendenz. Studien zeigen, dass zwei bis drei Prozent der Männer und ein bis zwei Prozent aller Frauen eine symptomatische arterielle Verschlusskrankheit aufweisen. Die pAVK der Beingefäße wird anhand der Symptomatik nach Fontaine eingeteilt.

Folgende Arterien sind vorzugsweise von einer pAVK betroffen:

  • Halsschlagader (A. carotis)
  • Hauptschlagader (Aorta)
  • Beckenarterien (A. iliaca)
  • Oberschenkelarterie
  • Unterschenkelarterie

Gefahren für die Extremitäten
Zu den größten Risikofaktoren zählt der Nikotinkonsum. Zigarettenrauch ist eine sehr schädliche Substanz, die neben weiteren bösartigen Erkrankungen auch zu schweren Gefäßveränderungen führen kann. Weitere Risikofaktoren sind der Bluthochdruck (Hypertonie), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), zu hohe Blutfette und Nierenerkrankungen mit Dialysepflicht.

Am häufigsten betroffen sind die Arterien der Beine. Die klassische Symptomatik ist die sogenannte Schaufensterkrankheit. Hierbei kommt es nach einer bestimmten Gehstrecke zu Schmerzen in der Wade oder seltener auch in den Oberschenkeln. Bedingt ist dies durch Verengungen der Becken- und/oder Oberschenkelarterien. In fortgeschrittenen Stadien der pAVK kommt es zu Ruheschmerzen und zu Gewebsuntergängen, die sich in abgestorbenen Zehen oder Geschwüren äußern, dem im Volksmund genannten Raucherbein. Dieser Zustand stellt eine Gefahr für die Extremität dar.

Wie hilft die Gefäßchirurgie?
Verschlossene Gefäße können entweder wieder eröffnet werden (Desobliteration) oder die verschlossene Gefäßstrecke kann mit einem Bypass überbrückt werden.
Die moderne Medizin stellt jedoch nicht nur operative Verfahren bereit, die interventionelle Therapie kann Verengungen und auch kürzere Verschlüsse mit Ballons aufdehnen und ggf. zusätzlich eine Gefäßstütze (Stent) einsetzen, damit das Gefäß nicht schnell wieder eng wird.
Die Gefäßchirurgie arbeitet nahtlos mit der radiologischen Therapie des Diakonieklinikums zusammen. So können wir individuell für jeden Patienten die beste Therapie festlegen. Im Gefäßzentrum am Diakonieklinikum werden alle Bypassverfahren angeboten. Wir führen auch komplexe Bypassverfahren an den lebenswichtigen Versorgungsarterien der Bauchorgane (Viszeralarterien) durch.

Wichtig für die Therapie ist eine vorausgehende exakte Diagnostik. Neben einer exakten Anamnese gehören zu den wichtigsten Verfahren die Duplexsonografie, die Angiografie, die Angio-Computertomografie und die Angio-Magnetresonanztomografie.
Alle Verfahren werden durch die Gefäßchirurgie und die Radiologie im Diakonieklinikum angeboten.

Halsschlagaderverengung (Carotisstenose) –
Hochwirksame Eingriffe zur Vermeidung fataler Folgen

Mit etwa 100 Eingriffen pro Jahr sind wir eine Fachklinik für Durchblutungsstörungen und Erkrankungen der Halsschlagader.

Die Verengung der Halsschlagader (A. carotis) stellt eine besondere Form der arteriellen Verschlusskrankheit dar. Die Folgen der Mangeldurchblutung des nachgeschalteten und zu versorgenden Organs, dem Gehirn, können fatal sein.
Eine symptomatische Halsschlagaderverengung kann sich in einer sog. „transitorisch ischaemischen Attacke“ (TIA) äußern, hierbei kommt es zu einer kurzfristigen, bis 24 Stunden andauernden Ausfallssymptomatik, z. B. einer halbseitigen Lähmung, oder aber auch nur in einer Sekunden dauernden Gefühlsstörung. Auch ein bereits erfolgter Schlaganfall (Apoplex, Insult) kann Ausdruck einer Carotisstenose sein. Es besteht also ein hochriskanter Zustand für einen Patienten mit einer Halsschlagaderverengung.

Erfahrene Gefäßchirurgen
Die Therapie der Halsschlagaderverengung erfolgt heute entweder operativ durch eine Ausschälung der Enge oder interventionell durch Einbringen einer Gefäßstütze (Carotisstent). Beiden Verfahren sind gemein, dass es in drei bis sechs Prozent zu einer neurologischen Symptomatik bis hin zum Schlaganfall, bedingt durch das therapeutische Verfahren, kommen kann. Daher ist es sehr wichtig, dass die Carotisstenose durch erfahrene Gefäßchirurgen operiert wird bzw. eine Stentimplantation nur durch einen mit dieser Methode vertrauten Arzt erfolgt.

Individuelle Therapie
Im Diakonieklinikum werden beide Verfahren angeboten. Die Indikation zum einen oder anderen Verfahren erfolgt nach Absprache zwischen Gefäßchirurgen, Radiologen und den Neurologen. Eine individuelle auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Therapie wird unseren Patienten garantiert.

Die Gefäßchirurgie besitzt umfangreiche Erfahrung in der brisanten Carotischirurgie, ebenso sind unsere Radiologen ausgebildete Neuroradiologen, sodass auch der Carotisstent durch erfahrene Hände implantiert wird.

Akuter arterieller Extremitäten-Verschluss –
Schnelles Handeln in Diagnostik und Behandlung

Arterielle Verschlüsse zählen zu den gefäßchirurgischen Notfällen. Bei Diagnostik und Therapie muss sehr schnell gehandelt werden. Die Schwere des Krankheitsbildes wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Je größer das durchblutungsgestörte Areal ist, je weniger Umgehungskreisläufe es gibt und je länger die Zeit bis zur Wiederherstellung des Blutflusses ist, desto schlechter ist die Prognose und umso höher die Sterblichkeit.

Die akute Minderdurchblutung führt zu einem Symptomenkomplex, der von Pratt 1954 mit den sogenannten „6 P’s“ beschrieben wurde:

  • Pain (Schmerz)
  • Paleness (Blässe)
  • Parästhesia (Taubheit)
  • Pulselessness (Pulslosigkeit)
  • Paralysis (Bewegungsunfähigkeit)
  • Prostation (Schock)

Diagnose und Ursache
Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels einer farbcodierten Ultraschalluntersuchung. Ggf. müssen weitere Untersuchungen, wie eine Kernspinangiografie, eine digitale Substraktionsangiografie oder Gefäßdarstellung mittels einer Computertomografie hinzugezogen werden. Ursächlich für einen akuten Verschluss ist in der Regel eine Embolie oder eine Thrombose. Dabei versteht man unter einer Embolie ein Blutgerinnsel, welches irgendwo in der Blutbahn entsteht (meistens im Herzen) und mit dem Blutstrom fortgeschwemmt wird. Bleibt dieses Gerinnsel hängen, ist die Arterie verstopft und es kommt zu einer akuten Durchblutungsstörung. Bei der arteriellen Thrombose entsteht der Verschluss vor Ort an einer vorbestehenden Enge, die in der Regel durch Kalkplaques verursacht ist.

Moderne Behandlungsverfahren
Ziel der Therapie ist es, die akute Durchblutungsstörung so schnell wie möglich zu beheben. Dies geschieht entweder operativ oder interventionell-radiologisch. Bei der Operation wird eine gut zugängliche Arterie (in der Regel die Leistenschlagader) freigelegt. Mit einem speziellen Ballonkatheter kann das Gerinnsel dann auch fern von der eröffneten Arterie heraus gezogen werden (Embolektomie). Eine bestehende Enge kann ggf. in gleicher Sitzung aufgedehnt werden. Bei der interventionell-radiologischen Behandlung wird die Leistenschlagader punktiert und ein Gefäßkatheter bis zu dem Verschluss vorgeschoben.

Rund um die Uhr
Über 12-24 Stunden wird dann ein gerinnselauflösendes Medikament über den Katheter verabreicht (Lysetherapie). Ist eine Wiederherstellung der Gefäßstrombahn mit diesen Mitteln nicht möglich, muss der Verschluss ggf. mit einem Gefäßbypass operativ überbrückt werden. Im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG können wir sämtliche Diagnostik und Behandlungsverfahren rund um die Uhr anbieten. Es stehen neben mehreren Ultraschallarbeitsplätzen je zwei Computertomografen, Kernspintomografen sowie zwei moderne Angiografieanlagen zur Verfügung. Auch in den modern ausgestatteten Operationssälen können Angiografien sowie sämtliche Kathetermaßnahmen durchgeführt werden.

Chronische Wunden

Die Behandlung chronischer Wunden stellt für alle Beteiligung eine große Herausforderung dar. Wir erheben den Anspruch, uns um alle Wunden sorgfältig und mit dem oft benötigten großen Aufwand zu kümmern. Nicht nur die Behandlung chronischer Wunden ist entscheidend, auch die Ursachensuche und die Ursachenausschaltung.

Oft sind gefäßchirurgische oder Interventionsmethoden nötig, um überhaupt die Grundlage zu schaffen, dass eine chronische Wunde abheilen kann. Um dies zu gewährleisten, arbeiten wir eng mit der Interventionellen Radiologie, der Plastischen Chirurgie und der Dermatologie in unserem Haus zusammen, um dem Patienten eine Komplett-Versorgung zu bieten und die chronische Wunde kausal und im Gesamtzusammenhang auslösender Erkrankungen zu therapieren.
In unserer Klinik stehen Ihnen zertifizierte, äußerst erfahrene Wundmanager und -experten zur Verfügung, die auf einen immensen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Die heute obligate, aber teure stadiengerechte Wundtherapie mit individualisierten und auf Sie zugeschnittenen Verbandsmaterialien steht Ihnen jederzeit und immer zur Verfügung.

Wir sind weiterhin Spezialisten bei der Vakuumtherapie. Auch außergewöhnliche Behandlungsmöglichkeiten wie z.B. der Einsatz von medizinischen Maden, die hyperbare Sauerstofftherapie und die Schmerzausschaltung während der Behandlung mit Hypnose werden durch unser Wundzentrum angeboten.

Neben der chirurgischen Therapie steht die Wundpflege stark im Vordergrund. So kümmern wir uns nicht nur im akuten Stadium um die chronische Wunde, wir sind auch Teil eines Wundversorgungsnetzwerkes und kümmern uns um Sie und entsprechende Probleme wie Orthesen, Verbandsschuhe und Ähnliches, wenn Sie nicht stationär bei uns liegen.

Krampfadern –
Effektive Behandlung durch Experten

Mit etwa 400 Eingriffen jährlich sind wir eine Fachklinik für Varizen (Krampfadern). Dies erfolgt, so vom Gesetzgeber gewollt, fast ausschließlich ambulant.

Krampfadern treten sehr häufig auf, sodass ein großer Teil unserer Patienten mit Krampfaderproblematik in die Gefäßchirurgie kommt. Durch eine Wandschwäche der Venen kommt es zunächst zu einem Defekt einer wichtigen Venenklappe der oberflächlichen Venen am Bein. Diese befindet sich in der Leiste an der großen Bogenvene (V. saphena magna) im Mündungsbereich zur wichtigen tiefen Vene. Diese Klappe wirkt wie ein Ventil und verhindert ein Zurückfließen des in Richtung Herzen strebenden Blutes in das Bein, bedingt durch die Schwerkraft oder auch durch Druck (z. B. beim Lachen oder Husten).

Verschiedene Arten
In Folge eines Klappendefektes (Klappeninsuffizienz) kommt es zu einem Rückfluss des Blutes in die V. saphena magna und in deren Seitenäste. Die Vene weitet sich aus, Krampfadern entstehen und weitere Klappen werden funktionsuntüchtig. Je nach Einschränkung der Funktionstüchtigkeit (Insuffizienz) unterscheidet man nach Hach insgesamt vier Stadien. Auch eine wichtige Venenklappe in der Kniekehle, die der kleinen Bogenvene (V. saphena parva), kann betroffen sein. Dann kommt es zur Parvainsuffizienz.
Krampfadern sind keinesfalls nur ein kosmetisches Problem, neben Beschwerden wie „schweren Beinen“ und Schmerzen ist vor allem das offene Bein, das sogenannte Ulcus cruris, eine gefürchtete Komplikation.

Vielfältige Therapien
Es gibt vielfältige Ansätze zur Therapie der Krampfadern. Gerade in neuerer Zeit werden sogenannte minimal-invasive Verfahren wie Laserverödung und Radiofrequenztherapie angeboten. Da diese modernen Verfahren von der Krankenkasse nicht übernommen werden, müssen sie von den Patienten selbst bezahlt werden. Sicher können diese Operationsmethoden in geeigneten Fällen ein gutes kosmetisches Ergebnis erzielen, jedoch sind bei einer ausgeprägten Varikosis die klassischen Verfahren vorzuziehen. Dabei wird die Stammvene, in der Regel die V. saphena magna, aus dem Bein herausgezogen. Hierzu bedient man sich des Verfahrens nach Babcock: Es wird eine Kunststoffsonde in die Vene hereingeschoben, mit einem weiteren Schnitt geborgen und dann kann die Vene herausgezogen werden.

Kryo- und Radiofrequenzmethode
In der Gefäßchirurgie des Diakonieklinikums bedienen wir uns der Kryomethode, auch hier wird die Vene sondiert, der zweite Schnitt kann jedoch vermieden werden, da die Vene an der Sonde angefroren wird und dann herausgezogen werden kann. Seitenäste werden über kleinste Stichinzisionen herausgezogen. Gegenüber Laserverfahren oder Radiofrequenz muss man im maximalen Fall also einen kleinen Schnitt mehr machen. Die Kosten werden jedoch von den Krankenkassen voll übernommen. Zusätzlich bieten wir die Radiofrequenzmethode an. Ein sogenanntes endovenöses Verfahren, bei dem auf größere Schnitte verzichtet werden kann.

 

Dialysezugänge (Dialyseshunt/Vorhofkatheter) –
Blutreinigung bei nierenkranken Patienten

Die Klinik für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG besitzt große Erfahrung mit Dialysezugängen. Hierunter versteht man Dialyseshunts und Vorhofkatheter, über die das Blut bei nierenkranken Patienten gereinigt werden kann. Mit etwa 300 Eingriffen jährlich sind wir eine Fachklinik für Dialyse-Shunt-Chirurgie.

Die Shuntchirurgie befasst sich mit der Neuanlage von Dialyseshunts, den sogenannten AV-Fisteln, aber auch mit der Revision solcher Dialysezugänge bei Verschluss oder Verengungen. Ein Dialyseshunt dient einerseits dazu, dass ein Blutgefäß besser punktiert werden kann, als eine normale Vene, die z. B. zum Blutabnehmen verwendet wird. Auf der anderen Seite fließt auch deutlich mehr Blut durch ein solches Gefäß. Dies ist wichtig, damit genug Blut in einer akzeptablen Zeit von der Dialysemaschine gereinigt werden kann.

Interventionen und Hybrideingriffe –
Schonende Verfahren mit guten Ergebnissen

Interventionelle bzw. endovaskuläre Eingriffe nehmen in der Gefäßchirurgie einen immer größeren Raum ein. Man versteht hierunter Verfahren, die Aktionen und Implantate drahtgeführt im Blutsystem durchführen und die Patienten möglichst wenig verletzen. So kann auf große Schnitte verzichtet werden. Meist reicht eine einfache Punktion mittels Nadel, um den Draht ins Blutgefäßsystem einzuführen. Die zentrale Rolle als Zugangsregion besitzt die Leistenregion, da hier die Oberschenkelarterie (A. femoralis) dicht unter der Haut verläuft.

Interventionelle Verfahren
Die wichtigste interventionelle Methode ist die PTA (percutan transluminale Angioplastie). Hierbei wird ein Ballonkatheter zu einer Verengung (Stenose) im Blutgefäß vorgeschoben, anschließend wird der Ballon aufgeblasen und die Enge gesprengt. Reicht eine einfache Ballondehnung nicht aus, kann das Ergebnis mit einem Stent gesichert werden. Hierbei handelt es sich um eine kleine Drahthülse, die das Gefäß aufhält. Weitere interventionelle Verfahren sind:

  • die Lyse (Auflösung von Blutgerinnseln im Blutgefäß bei einer Embolie oder Thrombose),
  • der Verschluss von Blutgefäßen mittels sog. Coils,
  • das Aufbohren von Verschlüssen (Rotarexverfahren) und
  • die Ausschaltung von Aneurysmen mit Stents, die außen eine Gefäßprothesenhülle besitzen, z. B. der Aortenstent.

In unserem Rotenburger Gefäßzentrum werden alle diese Verfahren angewandt und von Gefäßchirurgen und interventionellen Radiologen durchgeführt.

Komplexe Hybridverfahren
Die sogenannten Hybridverfahren sind Kombinationen aus offener Gefäßchirurgie und gezielten Eingriffen (Interventionen). Hierbei wird eine betroffene und erkrankte Gefäßregion offen operiert (z. B. die Leistenarterien). Über den Zugang wird ein Draht in die Beckenarterien geschoben. Hierüber kann nun gleichzeitig eine Beckenarterienverengung behoben werden mittels PTA und Stent. So kann der Patient über einen kleinen Leisteneingriff und die anschließende Intervention durch den Hybrideingriff enorm profitieren.

Es gibt aber auch ausgedehnte und risikoreichere Hybrideingriffe. Diese werden vorgenommen, um noch größere Operationen zu vermeiden. So kann ein Aortenaneurysma, welches sich über Brust- und Bauchraum erstreckt (thorakoabdominelles Aortenaneurysma) ohne Eröffnung sowohl des Bauches als auch der Brusthöhle operiert werden. Dieser Eingriff wäre eine enorme Belastung für den Patienten, die in vielen Fällen gar nicht durchführbar wäre. Durch einen Hybrideingriff kann z. B. die gesamte Aorta mit einem Stent versorgt werden, der Bauch muss aber eröffnet werden, um die hier gelegenen Bauchorganarterien mittels Gefäßprothesen wieder zu durchbluten, da die natürlichen Abgänge dieser Gefäße aus der Aorta überstentet wurden (Oktopuseingriff). Diese hochkomplexen Hybrideingriffe erfolgen nur in speziellen Zentren wie hier im Gefäßzentrum am Diakonieklinikum.

Portkatheter –
Dauerhafter Zugang von außen in eine Vene

Im zertifizierten Onkologischen Zentrum am AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG werden viele Tumorpatienten behandelt. Zur unterstützenden Tumortherapie müssen sehr häufig Chemotherapien durchgeführt werden. Da periphere Venen auf häufige Infusionen, wie sie bei der Chemotherapie notwendig sind, sehr empfindlich und häufig mit Entzündungen und Schmerzen reagieren, werden die Therapielösungen besser in große, herznahe Venen, infundiert.
Für diese Zwecke benötigt man einen Zugang. Bewährt hat sich die Einpflanzung eines kleinen Kunststoffkästchens mit einer Membran zum Einstechen unter die Haut. Von diesem Kästchen (Port) führt ein Katheterschlauch bis in die obere Hohlvene. Das Kästchen wird über der Brustmuskulatur fixiert und kann dort einfach punktiert werden.

Gewissenhafte Gefäßchirurgie
Diese sogenannten Portimplantationen werden durch die Gefäßchirurgen durchgeführt. Es ist ein sehr kleiner Eingriff, der in der Regel in lokaler Anästhesie (örtliche Betäubung) vorgenommen werden kann. Trotz des unkomplizierten Eingriffes kann es zu Komplikationen kommen. Neben Fehllagen der Katheter sind vor allem Infektionen möglich, diese können zur Explantation des Portsystems zwingen. Deshalb sollte dieser Eingriff durch Chirurgen erfolgen, die mit diesem Verfahren vertraut sind. Die Gefäßchirurgie am Diakonieklinikum besitzt – mit etwa zehn Operationen dieser Art pro Woche – umfangreiche Erfahrung mit Portkatheter-Implantationen. 

Terminvereinbarung unter: T (04261) 77-28 50

Für Fragen und Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Montag bis Donnerstag: 08.00 Uhr bis 14.00 Uhr
oder nach Vereinbarung

Bitte stellen Sie sich in der gefäßchirurgischen Ambulanz im Erdgeschoss (Chirurgische Zentralambulanz) im Haupthaus (Haus A) vor.

 

Privat-Sprechstunde

T (04261) 77-28 40

 

Chronische Wunden

Unsere Wundexperten helfen Ihnen gern weiter: e.libich@diako-online.de

Unsere Gefäßsprechstunde steht für jeden Patienten offen. Sie benötigen eine Überweisung ihres Hausarztes. Im Notfall können Sie auch sofort, ohne jede Ankündigung, vorstellig werden.

Ziel der Sprechstunde ist, eine Gefäßerkrankung zu erkennen und ggf. weitere diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Sie dient auch zur Befundbesprechung und zur Planung weiterer therapeutischer Schritte.

 

Nephrologische Gemeinschaftspraxis Dres. Hamann, Schwarz, Baron

http://www.dialyse-walsrode.de/

 

 

Diabeteszentrum Lüneburger Heide

http://www.dz-lh.de/

Angiologische Praxis Dr. Habermann in Verden

https://drhabermann.de/

Komfortstation

Zertifikate aus diesem Fachbereich

Gefäßzentrum

Zertifikat (PDF)

EndoProthetikZentrum

Zertifikat (PDF)

Das Team

Dr. med. Michael Feldmann
Chefarzt, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Endovaskulärer Chirurg,
Clinical Professor Marian University Indianapolis/USA,
Guest Professor Anhui Medical University, Hefei Anhui/China

Melanie Leskien
Chefarztsekretariat

Michael Strietzel
Leitender Oberarzt, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Endovaskulärer Chirurg

Harun Khalil
Geschäftsführender Oberarzt, Facharzt für Viszeralchirurgie und Gefäßchirurgie

Dr. med. Helga Schlächter
Oberärztin, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie

Christopher Joachim Wallat
Oberarzt, Facharzt für Viszeralchirurgie

Elena Libich
Gefäßassistentin, Wundexpertin ICW-zertifiziert, Pflegetherapeutin Wunde (ICW), Fachtherapeutin Wunde (ICW), Netzwerkmoderatorin, Spezialistin Unterdruck- (Vakuum)therapie, Fachkraft für mittleres Pflegemanagement