15. Juli 2026
Die ECMO ist ein hochspezialisiertes intensivmedizinisches Verfahren, das bei schwerstem Lungen- oder Kreislaufversagen eingesetzt werden kann. Dabei wird Blut außerhalb des Körpers über ein technisches System mit Sauerstoff angereichert und von Kohlendioxid befreit. Je nach Krankheitsbild kann die ECMO vorübergehend die Lunge, den Kreislauf oder beide Systeme unterstützen. Wichtig dabei: Die ECMO heilt nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung, sie kann dem Organismus und dem Behandlungsteam jedoch wertvolle Zeit verschaffen, um die zugrundeliegende Erkrankung gezielt zu behandeln.
Am Diakonieklinikum kommen beide etablierten ECMO-Verfahren zum Einsatz: die Unterstützung bei schwerem Lungenversagen sowie die Unterstützung bei schwerem Kreislaufversagen, beispielsweise bei kardiogenem Schock oder Reanimationen. Darüber hinaus wird die ECMO-Technologie bei ausgewählten Eingriffen an der Bauchaorta eingesetzt, um die Durchblutung der unteren Körperhälfte und Extremitäten zu unterstützen. Zum Einsatz kommt dabei in Rotenburg die CARL-Technologie der Firma Resuscitec.
„Die 50. ECMO-Behandlung ist für uns ein besonderer Meilenstein. ECMO ist hochkomplexe Intensivmedizin und erfordert viel Wissen, Aufmerksamkeit und Handlungssicherheit“, erklärt Nils Weseloh, pflegerische Leitung des ECMO-Teams. „Dass wir dieses Verfahren hier in Rotenburg anbieten können, ist nur durch eine starke multiprofessionelle Zusammenarbeit möglich – zwischen Pflege, Ärzteschaft, Physiotherapie und allen weiteren beteiligten Fachbereichen.“
Prof. Dr. W. Alexander Osthaus, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Instituts für Anästhesie und Intensivmedizin, ergänzt: „Dass wir die für ECMO-Zentren geforderten Fallzahlen voraussichtlich bereits in diesem Jahr erfüllen werden, zeigt eindrucksvoll, dass dieses Angebot in unserer Region benötigt wird. Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet das einen schnelleren Zugang zu hochspezialisierter Intensivmedizin vor Ort.“
Das AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM ROTENBURG gemeinnützige GmbH ist das größte konfessionelle Krankenhaus in Niedersachsen und akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Als Maximalversorger mit rund 215.000 Patientenkontakten im Jahr bietet es nahezu das gesamte Spektrum moderner Krankenhausmedizin. Die fortschrittliche Hochleistungsmedizin und die professionelle Pflege mit ihren christlichen Wurzeln zeichnen das Haus aus. Das Diakonieklinikum ist zertifiziertes „Überregionales Traumazentrum“ zur Behandlung von Schwerverletzten, zertifiziertes Endoprothetik- und Gefäßzentrum sowie Epilepsiezentrum und Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Onkologie. Das Brustkrebszentrum sowie das Viszeralonkologische Zentrum mit der Ausrichtung Darmkrebszentrum und Magenkrebszentrum sind von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Die Chest Pain Unit ist von der deutschen Gesellschaft für Kardiologie zertifizierter Bestandteil der Klinik für Kardiologie. Zum Diakonieklinikum gehören ein Reha-Zentrum und verschiedene Dienstleistungsbetriebe. Insgesamt arbeiten hier rund 2.500 Menschen. Das Rotenburger Krankenhaus bildet in unterschiedlichen Berufsbildern aus, z.B. Pflegefachkräfte in der vom Haus mitgetragenen „Berufsbildende Schulen der Diakonie Rotenburg gGmbH“. Eine Vielzahl sozialer Projekte charakterisieren das Diakonieklinikum ebenfalls: Klinikclowns, die Versorgung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten und der Sozialfonds.
Seit 2012 hält die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft mit 60 Prozent die Mehrheit der Gesellschafteranteile; der Ev.-luth. Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg e.V. hält 40 Prozent.
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über AGAPLESION
Die AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft wurde 2002 in Frankfurt am Main von christlichen Unternehmen gegründet, um vorwiegend christliche Gesundheits-einrichtungen in einer anspruchsvollen Wirtschafts- und Wettbewerbssituation zu stärken.
Zu AGAPLESION gehören bundesweit mehr als 100 Einrichtungen, darunter 20 Krankenhausstandorte mit 6.049 Betten, 41 Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit 3.668 Pflegeplätzen, sieben Hospize, 32 Medizinische Versorgungszentren, sieben Ambulante Pflegedienste und eine Fortbildungsakademie sowie 14 Pflegeschulen.
AGAPLESION bietet vielseitige Ausbildungsmöglichkeiten in medizinischen, pflegerischen und administrativen Bereichen. Zudem bietet AGAPLESION als praktischer Träger überall Ausbildungen als Pflegefachperson und an einigen Standorten auch das Duale Pflegestudium an.
22.000 Mitarbeiter:innen sorgen für ganzheitliche Medizin und Pflege nach anerkannten Qualitätsstandards. Pro Jahr werden rund eine Million Patientinnen und Patienten versorgt. Die Umsatzerlöse aller Einrichtungen inklusive der Beteiligungen betragen 1,9 Milliarden Euro.
Die alleinigen Aktionäre der AGAPLESION gAG sind verschiedene traditionsreiche Diakoniewerke und Kirchen. Auch durch diese Aktionäre ist die AGAPLESION gAG fest in der Diakonie verwurzelt und setzt das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten, Bewohner:innen sowie Mitarbeiter:innen als Maßstab für ihr Handeln.
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