Das Diakoniekrankenhaus Rotenburg arbeitet seit rund sieben Jahren eng mit der Hilfsorganisation "Friedensdorf International" zusammen. Über das "Friedensdorf" kommen immer wieder Kinder aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Zumeist sind die Kinder schwer verletzt und hätten in ihrem Heimatland keine Chance auf eine ausreichende medizinische Behandlung gehabt.Vor rund sechs Jahren lag beispielsweise der achtjährige Justino aus Angola - als erstes "Freibett-Kind" über ein dreiviertel Jahr auf der Station 14. Justino wurden beim Spielen mit einer Mine beide Hände abgerissen. Das Ärzteteam der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie rekonstruierte in mehreren aufwändigen Operationen ein Teil der Finger aus den Zehen des Jungen.
2003/2004 waren zwei Kinder (8 und 15 Jahre) aus Afghanistan auf der Station 14. Der eine Patient erlitt schwere Brandverletzungen, als seine Großmutter mit einem Brandbeschleuniger den Küchenofen anzünden wollte, der andere Junge wurde während der Kriegswirren in Afghanistan mehrfach von einem LKW überrollt. Bis heute konnten elf Kinder aus vielen Teilen der Welt (Iran, Irak, Afghanistan), im Diakoniekrankenhaus behandelt werden. Alle - bis auf Evaristo aus Angola, der noch bis zum Sommer 2008 in Rotenburg bleiben muss - konnten gesund in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden. "Friedensdorf International" wurde während des 6-Tage-Krieges gegründet. Sie arbeitet in den Krisengebieten eng mit dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond zusammen. Das "Friedensdorf " hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder zur Krankenhausbehandlung nach Deutschland zu holen. Die Organisation verantwortet den Her- und Rücktransport sowie die Unterbringung innerhalb der Organisation in Oberhausen. Die jeweilige Krankenhausbehandlung muss dagegen von den Krankenhäusern aus Spenden finanziert werden. Das Diakoniekrankenhaus hat dazu einen Freibettfonds gegründet, in dem Spenden für diesen Zweck gesammelt werden. Zudem hat sich auch vor rund einem Jahr ein Freundeskreis gebildet. Denn neben der rein medizinischen Behandlung der Kinder kommen dabei häufig auch erhebliche soziale Herausforderungen auf die Ärzte und das Pflegepersonal zu (Heimweh, Sprachschwierigkeiten, kulturelle Besonderheiten). Aufgabe des ehrenamtlichen Freundeskreises ist es, die soziale Betreuung der Kinder zu übernehmen. So begleitet der Freundeskreis die Ankunft und Abfahrt der kleinen Patienten, bietet einen regelmäßigen Besuchsdienst an oder organisiert auch einmal einen Dolmetscher
