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Nach 1945

Die Nachkriegszeit ist geprägt von Not ums tägliche Brot und Aufbauarbeit.
Erst in den 60er und 70er Jahren setzt der wirtschaftliche Aufschwung ein. 1975 wird in Rotenburg das neue Krankenhaus eröffnet. Es entwickelt sich zu einem Zentral- und Lehrkrankenhaus. Immer neue Kliniken kommen hinzu.
Da es nicht mehr genügend Diakonissen gibt, werden immer mehr Stellen in der Krankenpflege mit freien Schwestern besetzt.

Aufhebung der Personalunion

1956 wird die Personalunion im Amt des Vorstehers der Rotenburger Anstalten und des Vorstehers des Diakonissen-Mutterhauses aufgehoben. Pastor Unger, seit 1942 Vorsteher, leitet nur noch die Rotenburger Anstalten, das Diakonissen-Mutterhaus wird nun von Pastor Janssen geführt. Die Diakonissen bleiben weiterhin in beiden Einrichtungen tätig.

Wechsel im Oberinnenamt

1953 gibt Oberin von der Decken aus Krankheitsgründen auf.
Ihre Nachfolgerin wird 1954 Schwester Rosemarie Eisenberg, die bis 1982 das Amt innehat.
Von 1982 bis 1996 steht dann Schwester Barbara Fricke als Oberin an der Spitze der Schwesternschaft. Sie stellt in der langen Tradition des Hauses die letzte Oberin dar, die selbst Diakonisse ist. Ihre Nachfolgerinnen im Amt sind Zivilpersonen.

Diakonische Schwestern- und Bruderschaft

Die Gemeinschaft der "Diakonischen Schwestern und Brüder" hat sich aus der Verbandsschwesternschaft entwickelt und gilt als zweite, den Diakonissen gleichgestellte Glaubensgemeinschaft im Rotenburger Mutterhaus.

Dieser Kreis praktizierender Christen steht heute Frauen und Männern nicht nur aus der Krankenpflege, sondern auch aus anderen Berufsgruppen offen. Wie die Diakonissen sind auch die Diakonischen Schwestern und Brüder Mitglieder des Kaiserswerther Verbandes und bekennen sich ebenfalls zum christlichen Glauben und zur Diakonie.

Nachwuchsmangel im Mutterhaus

Seit Beginn der 60er Jahre treten kaum noch Frauen ins Rotenburger Diakonissen-Mutterhaus ein.
Der ursprünglich moderne Ansatz der Mutterhausdiakonie wirkt veraltet in einer sich stark verändernden Zeit. Das Modell "Diakonisse" übt nur noch auf wenige junge Frauen einen Reiz mehr aus.

1968 wird in Freudenstadt auf der Konferenz des Kaiserswerther Verbandes das Problem des fehlenden Nachwuchses in den Mutterhäusern diskutiert.
Man stellt sich folgende Fragen:
  • Ist das genossenschaftliche Prinzip der Mutterhäuser für die heutige, berufstätige Frau noch richtig?
  • Entspricht das Sendungsprinzip noch den Vorstellungen des mündigen Menschen?
  • Ist bewußt gewählte Ehelosigkeit noch ein Weg heute?
  • Ist die einheitliche Tracht noch zeitgemäß?
Antworten auf diese Fragen muß jedes Mutterhaus selbst für sich finden.

Auch in Rotenburg hofft man Mitte der 80er Jahre auf einen Neuaufbruch, der aber - trotz überarbeiteter Aufnahmebedingungen und modernisierter Tracht - ausbleibt.

Auch wenn die Mutterhaus-Diakonie sich eines Tages überlebt haben sollte: die Frage bleibt, wie christlicher Glaube und tätige Nächstenliebe sinnvoll miteinander verbunden werden können.
... in guten Händen

Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) gGmbH · Elise-Averdieck-Str. 17 · 27356 Rotenburg