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Die Anfänge der Diakonie

"Verein für Armen- und Krankenpflege" in Hamburg

Amalie Sieveking
Amalie Sieveking (1794 - 1859)
Die Hamburgerin Amalie Sieveking ist die erste, die im Kampf gegen die soziale Not unverheiratete Frauen aus dem Bürgertum in der Krankenpflege und im Unterricht von Kindern aus der Unterschicht einsetzen will. Ihr Plan, eine protestantische Schwesternschaft nach dem Muster katholischer Frauenorden - dazu ohne männliche Leitung - zu gründen, scheitert allerdings an den damaligen gesellschaftlichen Konventionen.
Mehr Erfolg hat Amalie Sieveking dagegen mit ihrem 1832 gegründeten „Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege“. Ihm treten finanziell abgesicherte Frauen bei mit dem Ziel, Notleidende zu besuchen, ihnen seelsorgerlich zur Seite zu stehen und notfalls auch praktische Unterstützung - z. B. durch Vermittlung von Arbeit - zu leisten. Spätere Vereine, vor allem die „Evangelische Frauenhilfe“, orientieren sich am Modell des Sieveking'schen Vereins.

"Frauenverein zur Besserung weiblicher Sträflinge" in London

Elizabeth Fry (1780-1845)
Elizabeth Fry (1780-1845)
Die Engländerin Elizabeth Fry, die zu den Quäkern gehörte, sieht bei einem Besuch im Frauengefängnis von London die dort herrschenden katastrophalen Zustände und beschließt, den gefangenen Frauen zu helfen.

Sie gründet 1817 einen Verein, um die Frauen zu unterrichten, ihnen Arbeit zu verschaffen und sie auch im Glauben zu unterweisen. Ihr Verein dehnt später seine Fürsorge auch auf Verurteilte, die in Strafkolonien verschickt werden, auf Arme und Kranke aus.

Obwohl Elizabeth Fry als verheiratete Frau und Mutter von elf Kindern genug Pflichten hat, hält sie im In- und Ausland Vorträge und steht u. a. auch in Kontakt mit Amalie Sieveking und Wichern.

Ihre Arbeit hat maßgeblichen Einfluss auf die Gründung des ersten Diakonissenhauses durch Theodor Fliedner.

Die Idee der "Inneren Mission" Johann Hinrich Wichern (1808 - 1881)

Johann Hinrich Wichern
Johann Hinrich Wichern
(1808 - 1881)
Der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern gründet angesichts des Elends in den Unterschichten 1833 das "Rauhe Haus" in Hamburg, eine Erziehungsanstalt, in der verwahrloste Jungen aufgenommen, versorgt und unterrichtet werden. Später weitet sich dieses Werk aus: es entstehen Handwerksbetriebe und eine Ausbildungsstelle für junge Männer, wo sie religiöse, soziale und handwerkliche Schulung erhalten.

In Zeitschriften und auf Vortragsreisen macht Wichern die Öffentlichkeit mit dem Gedanken der "Inneren Mission" bekannt. 1848 hält Wichern auf dem Wittenberger Kirchentag eine Rede, die die Versammlung so begeistert, dass die Innere Mission als Zusammenschluss der verschiedenen sozialen Aktivitäten offiziell von der evangelische Kirche anerkannt und Wichern mit der Bildung eines Zentralausschusses beauftragt wird.

In Wicherns Konzept ist auch der Dienst der Frauen vorgesehen, allerdings nur in der Rolle als Ehefrau und Mutter oder außerhalb der Familie als mütterliche Pflegerin und Erzieherin in familienähnlichen Einrichtungen.

Einer selbständigen außerhäuslichen Tätigkeit von Frauen steht Wichern ablehnend gegenüber.
... in guten Händen

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