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Arbeitsbereiche der Diakonissen

Kindergarten / Kindergärtnerinnenseminar

Die Betreuung von Kindern, verbunden mit der Vermittlung christlicher Inhalte, ist den Rotenburger Diakonissen immer ein ganz besonderes Anliegen gewesen, stellen die Kinder doch die Generation von morgen dar.

Gleich 1905 wurde in Rotenburg ein Kindergarten, 1906 ein Kindergärtnerinnenseminar und 1926 ein Kinderhort eröffnet. Dort und in auswärtigen Kindergärten haben Rotenburger Diakonissen über viele Jahre gearbeitet.

Gemeindepflege

Die Diakonissen waren in vielen auswärtigen Einrichtungen tätig: Kindergärten, Heimen, Krankenhäusern, vor allem aber in der Gemeindepflege, der „Krone der Diakonie“.
Hier standen pflegerische Tätigkeit neben Verkündigung. Die Aufgaben der Gemeindeschwester waren vielfältig: Krankenpflege in den Häusern, Versorgung der Kinder, Veranstaltung von Mädchenkreisen in der Gemeinde etc.

Überlastung

Der verantwortungsvolle Dienst in der Gemeinde hatte aber auch seinen Preis. Die Dauerbelastung führte so manche Gemeindeschwester an den Rand ihrer Kräfte.

Fortbewegungsmittel Nr. 1 war für die Gemeindeschwester lange Zeit das Fahrrad.

Der „Gestellungsvertrag“

Selbst aussuchen konnte sich die Diakonisse selten, wohin sie wollte. Nach dem „Entsendungsprinzip“ wurde sie vom Hausvorstand an die betreffende Stelle geschickt. Da die Diakonisse zum Gehorsam verpflichtet war, folgte sie der Anordnung. Oberin und Vorsteher bemühten sich aber, bei der Stellenvergabe die besonderen Gaben jeder Diakonisse zu berücksichtigen.

Der Arbeitsvertrag wurde zwischen Vorstand und dem Träger der Außenstation (Krankenhaus, Heim, Gemeinde) geschlossen. Der Vorstand erhielt das Geld für die Entsendung einer Diakonisse. Die Diakonisse selbst bekam Taschengeld und freie Unterkunft.

Im Krankenhaus

Anfangs hatte das Rotenburger Krankenhaus keine eigene Ärzteschaft, sondern stellte seine Räume den Ärzten der Stadt und des Kreises zur Verfügung. Erst 1920 wurden die ersten hauseigenen Ärzte eingestellt. Für die Schwestern bedeutete dies eine Erleichterung, da sie sich nun nicht mehr ständig auf andere Ärzte einstellen mußten, sondern mit den fest angestellten ein Team bilden konnten.

Das Aufgabenfeld einer examinierten Krankenschwester um 1920 umfaßte noch viele Tätigkeiten, die inzwischen längst von „Spezialisten“ übernommen werden: vom Putzen bis zu speziellen Tätigkeiten auf Station, im OP, Labor, Einkauf, Verwaltung und Küche übernahmen die Diakonissen alle anfallenden Arbeiten

Feierabend (Ruhestand der Diakonissen)

Der Zusammenhalt der Lebensgemeinschaft im Diakonissen-Mutterhaus wird vor allem im Alter wichtig, wenn die Diakonisse in den Ruhestand, den sog. „Feierabend“, geht.
Die Feierabendschwestern bewohnten ab 1918 ein eigenes Haus, das ihren Bedürfnissen entsprechend eingerichtet war. Heute hat jede Diakonisse ihre eigene, komplett eingerichtete Seniorenwohnung.

In gemeinsamen Ausflügen, dem gegenseitigen Sich-Besuchen und in der Fürsorge gegenüber alten und schwachen Diakonissen zeigt sich die Stärke dieser Gemeinschaft.

Freizeit

Jeder Diakonisse standen 4 Wochen Jahresurlaub zu – für manche Diakonisse, die aus der Landwirtschaft kam, ein unbekannter Luxus.
Auswärtige Diakonissen verbrachten einen Teil ihres Urlaubs im Mutterhaus, um den Kontakt zur Schwesternschaft zu festigen, andere Diakonissen fuhren zu Verwandten oder in andere Mutterhäusern

1912 erwarb das Rotenburger Mutterhaus für seine Schwestern ein eigenes Feriendomizil in Altenbrak im Harz. 1941 wurde die Altenbraker Klause von den Nationalsozialisten konfisziert. 1979 ging sie in den Besitz des Diakonissen-Mutterhauses in Berlin-Teltow über.

Die Glaubensgemeinschaft

Das Fundament, auf dem die Diakonisse steht, ist der Glaube. Aus ihm schöpft sie Kraft für ihre tägliche, oft sehr schwere Arbeit.
Um diesen Glauben lebendig zu halten, muß er regelmäßig praktiziert werden: durch tägliche Bibellese, durch das persönliche Gebet in der Stille und das Gebet in der Gemeinschaft, durch Gottesdienstbesuch, Abendmahlsfeier und gemeinsamen Gesang.

Dienstverständnis

„ Diakonie“ heißt „Dienst“. Die Diakonisse versteht sich als eine Dienerin Jesu: die Liebe, die sie von Jesus erhält, möchte sie an andere weitergeben: an ihre Mitschwestern, Hausgenossen und vor allem an die „Mühseligen und Beladenen“.
Die Diakonisse dienen also in dreierlei Weise: sie dienen Jesus, sie dienen den Kranken, Alten, Kindern, Behinderten und sie dienen untereinander. Dazu fühlen sie sich von Jesus in ihr Amt und in ihre Arbeit berufen.

Gottesdienst feiern

Die Gottesdienste fanden zusammen mit den Bewohnern und Mitarbeitern zunächst in der Anstaltskapelle statt. 1912 wurde dann die Anstaltskirche „Zum Guten Hirten“ eingeweiht und später mit Bildern des Malers Rudolf Schäfer ausgeschmückt.
Seit 1982 gibt es im Mutterhaus eine eigene Kapelle.
... in guten Händen

Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) gGmbH · Elise-Averdieck-Str. 17 · 27356 Rotenburg