Neurologische Weiterbildung in unserem Hause
Präambel
Die Weiterbildung zur Fachärztin / zum Facharzt für Neurologie am Diakoniekrankenhaus erfolgt sektorübergreifend in der Neurologischen Klinik und im Fachbereich Neurologie unseres Medizinischen Versorgungszentrums. Diese Weiterbildungschance für junge Neurologinnen und Neurologen ist derzeit wohl einzigartig in Niedersachsen. Sie ist aber zukunftsweisend, da im Zuge der gesundheitspolitischen Entwicklung immer mehr zentrale neurologische Fragestellungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich verlagert werden. Durch die enge Verzahnung ambulanter und stationärer Strukturen am Diakoniekrankenhaus bieten wir eine umfassende Ausbildung und Berufsexposition in der stationären und ambulanten Neurologie, die ihre Entsprechung sonst derzeit nur im Ausland findet.
Informationen zur Weiterbildungsstätte
Die Neurologische Klinik bietet mit 58 Betten und derzeit etwa 2.500 Behandlungsfällen pro Jahr ein umfassendes Leistungsspektrum der modernen Neurologie. Als Abteilung der Spitzenversorgung im ländlichen Umfeld behandeln wir einerseits zahlreiche Menschen mit häufigen und auch in Zukunft für jede angehende Neurologin und jeden Neurologen täglich relevanten Krankheiten, andererseits aber auch in erheblichem Umfang Menschen mit seltenen und spezialisierten Krankheitsbildern aus dem gesamten Fachgebiet. Wir verfügen über eine überregionale zertifizierte Schlaganfall-Spezialeinheit (Stroke Unit), die in eine erweiterte Schlaganfallstation eingegliedert ist, so daß wir Schlaganfallpatienten auf sehr hohem Niveau schnittstellenfrei bis zur Entlassung nach Hause oder in eine Rehabilitationseinrichtung behandeln können. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Epileptologie, hier verfügen wir über eine EEG-Videomonitoring-einheit für die High-end-Epilepsiediagnostik. Auf der interdisziplinären Intensivstation belegen wir bis zu vier neurologische Betten, in denen schwerstkranke Menschen interdisziplinär gemeinsam mit der 1. Medizinischen Klinik und anderen Fachabteilungen des Hauses behandelt werden. Apparativ sind wir auf dem neuesten Stand ausgerüstet. Es besteht eine enge Zusammmenarbeit insbesondere mit dem Institut für Radiologie / Neuroradiologie, der Neurochirurgie, der 1. Medizinischen Klinik, der Psychiatrie und der Gefäßchirurgie, die eine umfassende Versorgung neurologisch kranker Menschen auf dem Niveau eines Spitzenversorgers ermöglicht.
Eng verzahnt ist die Klinik mit dem Fachbereich Neurologie und Nervenheilkunde unseres Medizinischen Versorgungszentrums. Hier werden weit über 2.000 Patientinnen und Patienten pro Quartal ambulant behandelt. Auch hier reicht das Spektrum vom Häufigen zum Speziellen. Wir bieten daher eine allgemeine Sprechstunde sowie spezialisierte Sprechstunden für Epilepsie (zertifizierte Epilepsieambulanz), Multiple Sklerose, Neurovaskuläre Krankheiten, Neuromuskuläre Krankheiten, Bewegungsstörungen mit Botulinumtoxin-Sprechstunde, und Klinische Neurophysiologie an. Der interdisziplinäre Charakter der Versorgung ist auch personell verankert, da der Chefarzt und zwei Oberärzte sektorübergreifend im MVZ tätig sind und die Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten planmäßig im Rahmen des Rotationssystems zur Weiterbildung im MVZ eingesetzt werden.
Team
Um unsere Patientinnen und Patienten kümmern sich bei uns in einem interdisziplinärenTeam derzeit 16 Ärztinnen und Ärzte, darunter neben dem Chefarzt vier Oberärzte mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten, eine große Anzahl von Pflegekräften mit teils spezialisierten Interessen in der Schlaganfallmedizin, ein großes Team aus Logopäden, Ergotherapeuten und Krankengymnasten (die ebenfalls sektorübergreifend auch ambulant tätig sind), Sozialarbeiter, neurophysiologische Assistentinnen, Arzthelferinnen, Sekretärinnen, eine Kodierassistentin und - last not least - ein Seelsorger.
Weiterbildungsermächtigung
Die volle Weiterbildungsermächtigung für 4 Jahre Neurologie liegt vor. Eine Rotation in die Psychiatrische Klinik für das Psychiatrische Pflichtjahr ist fest verankert. Aus formalen Gründen sind für den stationären Teil der Ausbildung der Chefarzt Prof. Kiefer (FA für Neurologie, Neurologische Intensivmedizin) und OA Dr. Schindler (FA für Neurologie) gemeinsam weiterbildungsberechtigt, für den ambulanten Teil sind dies gemeinsam Frau Dr. Rath (FÄ für Nervenheilkunde), Dr. Bösebeck (FA für Neurologie), P. Hohnstädt (FA für Neurologie) und Prof. Kiefer. Im MVZ beträgt die Weiterbildungsermächtigung derzeit 1 Jahr ganztags. Darüber hinaus können die EMG- und EEG-Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie erworben werden. Die Ausbildungsberechtigungen für EP und Ultraschall werden beantragt, qualifizierte Ausbilder sind für alle Zertifikate vorhanden.
Ausbildungscurriculum und Praktische Weiterbildung
Die Ausbildung erfolgt nach einem weitgehend festen Curriculum wie folgt:
6 Monate Stroke Unit und erweiterte Schlaganfallstation
12 Monate allgemeine Neurologie
6 Monate neurologische Ultraschalldiagnostik
6 Monate Stroke Unit und neurologische Intensivmedizin
6 Monate allgemeine Sprechstunde im MVZ, ergänzt durch Notaufnahmedienste 6 Monate EMG (50% neurophysiologische Sprechstunde im MVZ, 50% stationär) 6 Monate variabel
Optional ist ein in der Regel einjähriges Weiterbildungssegment auf unserer epileptologischen Spezialstation und unserer Epilepsie-Monitoring-Einheit möglich. Der Tausch einzelner Blöcke mit Änderung der Reihenfolge ist bei besonderen Erfordernissen und individuellen Bedürfnissen möglich. Die EEG-Ausbildung erfolgt berufsbegleitend, überwiegend während des zweiten Ausbildungsjahres. Die neuroradiologische Ausbildung erfolgt in einem Krankenhaus der kurzen Wege im täglichen Kontakt sowie in mehrmals wöchentlichen neuroradiologischen Konferenzen. Der bisherige Ausbildungsverlauf und die Ausbildungsziele für das kommende Jahr werden jährlich am Ende des Kalenderjahres in einem Weiterbildungsgespräch gemeinsam besprochen.
Theoretische Weiterbildung
Zwei Mal wöchentlich findet eine Mittagskonferenz zur theoretischen Weiterbildung statt. Die Inhalte folgen einem strukturierten Programm, das in einem Zwei-Jahres-Turnus die gesamte Neurolgie durchläuft. Die Themenblöcke sind langfristig festgelegt, die Einzelthemen werden je nach Weiterbildungsbedarf kurzfristig festgelegt. Jeder Themenblock steht unter der fachlichen Leitung eines Oberarztes oder des Chefarztes. Externe Weiterbildungen, in der Regel ab dem zweiten Ausbildungsjahr, werden unterstützt und in der Regel im Mitarbeiterjahresgespräch zumindestens orientierend geplant.
Arbeitsorganisation und Arbeitszeiten
Die stationären Koordinations- und Organisationsaufgaben ebenso wie Blutentnahmen werden weitgehend durch das Pflegepersonal übernommen. Die Kodierung wird ebenfalls weitgehend durch eine Kodierassistentin erledigt. Die Arbeitszeit ist konform mit dem Arbeitszeitgesetz im Rahmen einer Opt-out-Vereinbarung geregelt. Im Interesse der Kontinuität der Ausbildung werden die Nachtdienste derzeit unter der Woche in einem Block mit fünf Nächten in Folge mit jeweils etwa 12 Stunden absolviert, beginnend Sonntagnacht. Die Wochenenddienste sind in Blöcken zu jeweils etwa 12 Stunden geteilt. Darüber hinaus gibt es Spätdienste unter der Woche auf der Stroke Unit sowie für die Notaufnahme. Radiologie, Befundarchive und Labordiagnostik sind weitgehend online verfügbar. Hierdurch ist im wesentlichen eine Konzentration der Arbeit auf originär ärztliche Aufgaben möglich.
Wer passt zu uns?
Willkommen sind alle jungen Ärztinnen und Ärzte, die das Fachgebiet auf hohem Niveau lernen wollen. Wir wünschen uns, daß Sie über gute Zeugnisse verfügen, lernwillig und begeisterungsfähig sind und bereit sind, sich um kranke Menschen verantwortungsvoll zu sorgen. Die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche ist wünschenswert. Berufs- bzw. Facharztanfänger können am leichtesten in unser Curriculum einsteigen, aber auch Quereinsteiger sind willkommen. Da uns Verlässlichkeit wichtig ist, müssen die noch fehlenden Weiterbildungsschritte mit den jeweils aktuellen Rotationsplanungen abgestimmt werden.
Haben Sie Fragen?
Sie können gerne eine(n) unserer Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten kontaktieren (über das Sekretariat der Neurologie, Telefon 04261-77-3200, Sie werden dann weiterverbunden) oder sich an den Chefarzt wenden. Bewerbungen richten Sie bitte an Prof. Dr. med. Reinhard Kiefer, Chefarzt der Neurologischen Klinik, Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) gGmbH, Elise-Averdieck-Str. 17, 27283 Rotenburg.
Weitere Informationen erhalten Sie unter Job & Karriere


