Behandlung von Epilepsien
Die wohl älteste und einfachste Therapie von epileptischen Anfällen ist die Vermeidung anfallsauslösender Faktoren. Hat ein Betroffener z.B. bemerkt, dass ein Schlafdefizit am Vortag epileptische Anfälle provoziert, so kann eine Regulation des Schlafrhythmus zu einer spürbaren Besserung der Anfallsbelastung bei diesem Betroffenen führen. Leider reichen solche Veränderungen in der Lebensführung oft nicht aus, um Anfälle komplett zu verhindern. Seit der Entdeckung der anfallsreduzierenden- oder verhindernden Eigenschaften von Brom in der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt mittlerweile eine Reihe von Medikamenten - die s.g. Antiepileptika oder besser Antikonvulsiva - in der Behandlung epileptischer Anfälle zum Einsatz. Eine komplette Unterdrückung epileptischer Anfälle wird durch den Einsatz von Antikonvulsiva in über der Hälfte der Betroffenen erreicht und bei den verbleibenden nicht-anfallsfrei gewordenen Patienten wird die Anzahl belastender epileptischer Anfälle zumindest deutlich reduziert. Leider haben diese Medikamente auch eine Reihe von Nebenwirkungen bis hin zu Unverträglichkeitsreaktionen. Auch aus diesem Grund ist eine vorherige sorgfältige, auf den Patienten und das Epilepsiesyndrom ausgerichtete Auswahl der geeigneten Substanz von großer Bedeutung.
Bei einigen Patienten mit bestimmten fokalen Epilepsieformen besteht die Möglichkeit eines epilepsiechirurgischen Eingriffes, welcher im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung durch eine Operation am Gehirn eine tatsächliche Heilung des Patienten von seiner Erkrankung erreichen kann.


