Krampfadern (Varikosis)
Krampfadern sind eine sehr häufige Erscheinung und ein großes Patientengut in der Gefäßchirurgie.
Bedingt durch eine Wandschwäche der Venen kommt es zunächst zu einem Defekt einer wichtigen Venenklappe der oberflächlichen Venen am Bein. Diese befindet sich in der Leiste an der großen Bogenvene (V. saphena magna) im Mündungsbereich zur wichtigen tiefen Vene. Diese Klappe wirkt wie ein Ventil und verhindert ein Zurückfliessen des herzwärts strebenden Blutes in das Bein, bedingt durch die Schwerkraft oder auch durch Druck (z.B. beim lachen oder Husten).
In Folge eines Klappendefektes (Klappeninsuffizienz) kommt es zu einem Rückfluss des Blutes in die V. saphena magna und in deren Seitenäste. Die Vene weitet sich aus, Krampfadern entstehen und weitere Klappen werden funktionsuntüchtig. Je nach Höhe der Insuffizienz unterscheidet man nach Hach insgesamt 4 Stadien.
Auch eine wichtige Venenklappe in der Kniekehle, die der kleinen Bogenvene (V. saphena parva), kann betroffen sein, es kommt zur Parvainsuffizienz.

- Ausgeprägte Krampfadererkrankung
Krampfadern sind keinesfalls nur ein kosmetisches Problem, neben Beschwerden wie "schweren Beinen" und Schmerzen ist vor allem das offene Bein, das sogenannte Ulcus cruris eine gefürchtete Komplikation.
Es gibt vielfältige Ansätze zur Therapie der Krampfadern. Gerade in neuerer Zeit werden sogenannte minimal-invasive Verfahren wie Laserverödung und Radiofrequenztherapie angeboten. Da diese Verfahren von der Krankenkasse nicht übernommen werden, müssen diese modernen Verfahren von den Patienten selbst bezahlt werden. Sicher können diese Operationsmethoden in GEEIGNETEN Fällen ein gutes kosmetisches Ergebnis erzielen, jedoch ist bei einer ausgeprägten Varikosis der Vorteil gegenüber klassichen Verfahren nicht mehr zu erkennen, jedoch bleiben klassische Nachteile (höhere Rezidivrate und Kosten) bestehen.
Klassischerweise wird die Stammvene, in der Regel die V. saphena magna, aus dem Bein herausgezogen. Hierzu bedient man sich des Verfahrens nach Babcock, eine Kunststoffsonde wird in die Vene hereingeschoben, über einen weiteren Schnitt wird die Sonde geborgen und dann kann die Vene herausgezogen werden.

- Angefrorene Spitze einer Kryosonde
In der Gefäßchirurgie des Diakoniekrankenhauses bedienen wir uns der Kryomethode, auch hier wird die Vene sondiert, der 2. Schnitt kann jedoch vermieden werden, da die Vene an der Sonde angefroren wird und dann herausgezogen werden kann, ohne eine weitere Bergungsincision vorzunehmen. Seitenäste werden über kleinste Stichincisionen heruasgezogen. Gegenüber Laserverfahren oder Radiofrequenz muss man im maximalen Fall also einen kleinen Schnitt mehr machen. Die Kosten werden jedoch von den Krankenkassen voll übernommen!
Krampfaderoperationen werden sehr häufig durch die Gefäßchirurgie im Diakoniekrankenhaus durchgeführt. Aus Kapazitätsgründen erfolgen diese sowohl im Diakoniekrankenhaus als sehr häufig auch in der Kooperationsklinik Aller-Weser-Klinik in Verden. Die Eingriffe dort erfolgen jedoch ausschließlich durch ausgebildete Gefäßchirurgen aus unserer Abteilung.
Krampfaderoperationen werden, gesetzlich vorgeschrieben, fast ausschließlich ambulant durchgeführt. Eine stationäre Aufnahme erfolgt nur nach ausführlicher Begründung.


