Der akute arterielle Extremitäten-Verschluss
Arterielle Verschlüsse zählen zu den gefäßchirurgischen Notfällen. Die Diagnostik und Therapie stehen unter einem hohen Zeitdruck. Die Schwere des Krankheitsbildes wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Je größer das durchblutungsgestörte Areal ist, je weniger Umgehungskreisläufe es gibt und je länger die Zeit bis zur Wiederherstellung des Blutflusses ist, desto schlechter ist die Prognose und Sterblichkeit.
Die akute Minderdurchblutung führt zu einem Symptomenkomplex, der von Pratt 1954 mit den sogenannten 6 P´s beschrieben wurde:
Pain (Schmerz)
Paleness (Blässe)
Parästhesia (Taubheit)
Pulselesness (Pulslosigkeit)
Paralysis (Bewegungsunfähigkeit)
Prostation (Schock)
Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels einer farbcodierten Ultraschalluntersuchung. Ggf. müssen weitere Untersuchungen, wie eine Kernspinangiographie, eine digitale Substraktionsangiographie oder Gefäßdarstellung mittels einer Computertomographie hinzugezogen werden.
Ursächlich für einen akuten Verschluss ist in der Regel eine Embolie oder eine Thrombose. Dabei versteht man unter einer Embolie ein Blutgerinnsel, welches irgendwo in der Blutbahn entsteht (meistens im Herzen) und mit dem Blutstrom fortgeschwemmt wird. Bleibt dieses Gerinnsel hängen ist die Arterie verstopft und es kommt zu einer akuten Durchblutungsstörung. Bei der arteriellen Thrombose entsteht der Verschluss vor Ort an einer vorbestehenden Enge, die in der Regel durch Kalkplaques verursacht ist.
Ziel der Therapie ist es, die akute Durchblutungsstörung so schnell wie möglich zu beheben. Dies geschieht entweder operativ oder interventionell-radiologisch. Bei der Operation wird eine gut zugängliche Arterie (in der Regel die Leistenschlagader) freigelegt. Mit einem speziellen Ballonkatheter kann das Gerinnsel dann auch fern von der eröffneten Arterie heraus gezogen werden (Embolektomie). Eine bestehende Enge kann ggf. in gleicher Sitzung aufgedehnt werden. Bei der intervetionell-radiologischen Behandlung wird die Leistenschlagader punktiert und ein Gefäßkatheter bis zu dem Verschluss vorgeschoben. Über 12-24 Stunden wird dann ein gerinselauflösendes Medikament über den Katheter verabreicht (Lysetherapie). Ist eine Wiederherstellung der Gefäßstrombahn mit diesen Mitteln nicht möglich muss der Verschluss ggf. mit einem Gefäßbypass operativ überbrückt werden.
Im Diakoniekrankenhaus Rotenburg sind wir in der erfreulichen Lage, sämtliche Diagnostik und Behandlungsverfahren rund um die Uhr anbieten zu können. Es stehen neben mehreren Ultraschallarbeitsplätzen je zwei Computertomographen, Kernspintomographen sowie zwei moderne Angiographieanlagen zur Verfügung. Auch in den neu ausgestatteten Operationssälen besteht die Möglichkeit einer Angiographie, sowie Durchführung sämtlicher Kathetermaßnahmen.
Egal ob operative oder interventionelle Behandlung, wir sind in der Lage, individuell die beste Therapie für unsere Patienten anzubieten.
Ihre Gefäße sind bei uns in guten Händen.


