Diako-Sterilgutservice GmbH
Den Keimen an den Kragen
Neubau eines Zentralen Sterilgutversorgungsbetriebs am Diakoniekrankenhaus Rotenburg/Wümme Im Jahr 1975 wurde der heutige Neubau des Diakoniekrankenhauses in Rotenburg eingeweiht: Ein leistungsfähiges Krankenhaus mit 420 Betten, fünf Operationssälen und einer Instrumentenaufbereitung, die arbeitsteilig von dem OP-Personal und einer Zentralen Sterilisationsabteilung durchgeführt wurde.
Heute verfügt das Diakoniekrankenhaus über rund 780 Betten, operiert wird in zwölf Operationssälen. Dadurch ergeben sich neue Anforderungen für die Instrumentenaufbereitung für die Kliniken: Einerseits werden die Mengen immer größer, andererseits gibt es ständig neue Richtlinien und Verordnungen für die Sterilisation.
Die Idee
Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, mit einer Zentralen Sterilgutversorgung die Prozesse der Instrumentenaufbereitung vom Abtransport im Operationssaal, der Desinfektion, Reinigung, Kontrolle und Pflege bis hin zur erneuten Zusammenstellung, Verpackung und Sterilisation aus einer Hand zu überwachen und durchzuführen. Als "Center of Competence" überwacht die Zentrale Sterilgutversorgung neben der Logistik und Aufbereitung auch die Instrumentenbestände sowie deren Instandhaltung. Immerhin handelt es sich beim chirurgischen Instrumentarium, den Endoskopen, Spezialinstrumenten, Motorensystemen und deren Verpackung um Millionenwerte, die in der Hand des Chirurgen wesentlich zur Heilung der Patienten beitragen.
Ein weiterer Bestandteil der Idee war, dass eine gut ausgestattete neue Zentralsterilisation Aufbereitung und Instrumentenmanagement auch für andere Krankenhäuser, Arztpraxen und medizinische Einrichtungen anbieten kann. Leistungsstandard und Sicherheit kommen somit vielen Menschen zugute, die Kosten können gleichzeitig besser verteilt werden.
Zur Umsetzung der Zentralisierungsaufgaben und Organisation des neuen Betriebs wurde ein erfahrener Fachdienstleister gesucht, der über das notwendige Spezialknow-how und Vergleichsmöglichkeiten aus ähnlichen Projekten verfügte. Instruclean GmbH war 1997 noch ein junges Unternehmen, heute ist es das marktführende Unternehmen in diesem Dienstleistungssektor. Ein Novum: das Diakonissen-Mutterhaus e.V. hat mit Instruclean GmbH eine gemeinsame Betriebsgesellschaft (Joint Venture) gegründet. Die Betriebsgesellschaft bewirtschaftet auf eigene Rechnung die neue Zentralsterilisation, versorgt das Diakoniekrankenhaus und kümmert sich eigenständig um die Anwerbung neuer Kunden sowie die Lösung aller anfallenden Aufgaben. Mit 51 : 49 Prozent Gesellschaftsanteil kontrolliert das Diakonissen-Mutterhaus e.V. die Entwicklung seiner Tochtergesellschaft, die den Namen Diako-Sterilgutservice GmbH trägt.
Weg zum Ziel
In den Jahren 1998 und 1999 wurde intensiv an der Konzeptentwicklung und Standortplanung gearbeitet. Mehrere mögliche Standorte im und am Diakoniekrankenhaus wurden geprüft und bewertet. Der Raumbedarf der neuen Zentralsterilisation und der erforderlichen Betriebstechnik ließ eine Lösung innerhalb der vorhandenen Räume der Krankenhauses nicht zu. So fiel die Wahl schließlich auf das Grundstück vor dem Wirtschaftsgebäude, auf welchem ein kompletter Neubau errichtet und mit dem Krankenhausgebäude verbunden werden sollte. Funktionsplanung, Bau und technische Ausstattung des Neubaus hat als Generalunternehmer Instruclean GmbH übernommen.
Der Neubau
Der Neubau des Zentralen Sterilgutversorgungsbetriebs hat eine Bruttofläche von 645 qm. Zur technischen Ausstattung zählen eine eigene Raumlufttechnik mit Klimaanlage, Wasseraufbereitung und Reinstdampfherstellung, um höchsten Anforderungen an eine keimarme Instrumentenaufbereitung gerecht zu werden und die abschließende Sterilisation nach modernsten, validierten Verfahren durchzuführen. Die Kapazität der Anlage beträgt rund 80.000 Sterilisiereinheiten jährlich.
Der reguläre Tagesbetrieb ist von 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr sowie samstags von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Die Auslastung durch das Diakoniekrankenhaus beträgt ca. 40.000 Sterilisiereinheiten jährlich. Dabei wird die Sterilgutversorgung von externen Kunden zunehmend in Anspruch genommen.
Die Bauzeit für den Neubau einschließlich der Installation der hochwertigen Technik betrug knapp acht Monate, investiert wurden insgesamt vier Mio. €.
Betrieb
In den ersten Oktobertagen des Jahres 2000 erfolgte die Feineinstellung der Desinfektions-, Reinigungs- und Trocknungsanlagen sowie der Dampfsterilisatoren. Mit der abschließenden Hygieneprüfung begann der Betrieb. Leiterin der Einrichtung ist Karla Bretschneider. Zu ihrem Team gehören 16 Mitarbeiter, die für die Überwachung der maschinellen Aufbereitung, Kontrolle, Pflege und Packen der Instrumente verantwortlich sind. Unterstützt wird die Aufbereitung durch ein zentrales EDV-System, das jedes der etwa 40.000 Instrumente kennt und weiß, wie sie behandelt und für den nächsten Eingriff mit anderen zu Sets zusammengestellt werden müssen. Die EDV-Software dokumentiert darüber hinaus die Aufbereitungsdaten, so dass die einwandfreie Behandlung jederzeit dokumentiert werden kann. Weiteres Ziel ist, die Versorgung der Operationssäle und Kommissionierung der erforderlichen Güter schon durch den Zentralen Sterilgutversorgungsbetrieb vorbereiten zu lassen. Hierzu zählen neben den Instrumentarien auch Wäsche und sonstige Verbrauchsgüter.
Bei der Überwachung und Instandhaltung des neuen Zentralen Sterilgutversorgungsbetriebs wirken die Fachleute für Hygiene und Betriebstechnik des Diakoniekrankenhauses mit. Bei Dampfausfällen können sich das Krankenhaus und sein Tochterunternehmen wechselseitig unterstützen.
Last but not least: Dank modernster Verfahrenstechnik und der überwiegenden Dampfsterilisation sowie feinfühligen Dosiereinrichtungen für die Reinigungs- und Desinfektionsmittel darf die neue Zentralsterilisation als äußerst umweltfreundlich gelten. Das Diakoniekrankenhaus hat mit seiner weitsichtigen Entscheidung für Patienten und Personal Sicherheit auf hohem Niveau geschaffen. Durch die Gründung einer Betriebsgesellschaft wurde ein zukunftsweisendes Modell geschaffen, Arbeitsplätze gesichert und den Forderungen nach Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen intelligent Rechnung getragen.





